Verband
Freitag September 17, 2021

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Dr. Stefan Becker ist seit drei Jahren Vizepräsident für Schul- und Breitensport im WBV – mehr als die Hälfte dieser Zeit stand der Basketball aufgrund der Corona-Pandemie quasi still.

Mit seiner erneuten Kandidatur will der 64-jährige die verlorene Zeit aufholen und durchstarten.

Stefan, trotz der Widrigkeiten der zurückliegenden Zeit ist deine Motivation aber ungebrochen.

Ich bin froh, hier Gelegenheit zu haben, auf diese Fragen antworten zu können. Die vergangenen Wochen und Monate mit den vielen digitalen Sitzungen und Konferenzen waren schon anstrengend. Die in dieser Zeit absolut notwendigen rein digitalen Formate kommen natürlich an ihre Grenzen, wenn es darum geht, komplexere und sensible Themen zu kommunizieren und diskutieren. Aber auch wir im Präsidium mussten wie alle Welt in Verantwortung mit sehr viel Neuem und ständig wechselnden Situationen in der Pandemie umgehen und haben dies alles in allem, so denke ich, sehr gut bewerkstelligt.

Ich bin aber nach wie vor sehr motiviert. Als Uwe mich 2017 angesprochen und gefragt hat, ob ich mir das vorstellen könnte, habe ich sofort und mit Überzeugung zugesagt. Voraussetzung hierfür war und bleibt natürlich die außerordentlich gute gemeinsame Basis und dass und ich für den Verband weiter von Nutzen sein kann. Dass dies der Fall ist, davon bin ich hochgradig überzeugt, denn die Basketballwelt in Nordrhein-Westfalen hat sich in dieser so besonderen Zeit weiter großen Herausforderungen zu stellen.

Wie können wir die ganz Kleinen, die Kinder und Jugendlichen nach 16 Monaten Corona wieder für unseren Sport begeistern, wieder Dynamik in dieses Thema bringen. Das Ganze in einer Pandemie, die noch nicht vorüber ist. Mich treibt es an, die optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen, um das in Zukunft noch besser hinzubekommen. Das ist schon eines meiner Ziele.


Warum denkst du, bist du der Richtige für den Job?

Bei mir kommen halt mehrere Faktoren zusammen: Zum einen meine aktive Basketballhistorie als Spieler und Coach im Mini-Bereich über einen sehr langen Zeitraum von über vier Jahrzehnten. Zum anderen habe ich mich über annähernd 20 Jahre recht erfolgreich als Funktionär/Manager auf Vereinsebene sowohl im Amateur- wie im Profibereich unserer schönen Sportart betätigt.

Auch die Verbandsarbeit kenne und schätze ich nun seit drei Jahren und konnte hier den ein oder anderen Akzent setzen. Hieraus und aus meinem langen Berufsleben bringe ich viel organisatorisches und unternehmerisches Geschick mit. Mein Talent liegt insbesondere darin, Dinge in optimierte Organisationsformen und Abläufe zu bringen und dafür die entsprechenden Menschen zu begeistern.

Insgesamt bringe einfach viel Erfahrung und Enthusiasmus mit, die für so ein Themen- und Organisationskonglomerat, wie es ein Sportfachverband darstellt, von Wert ist. Dazu kommt noch ein hohes Maß an Internationalität, das für die Themen Integration und Inklusion wichtig ist.


Welche Ziele möchtest du in der kommenden Legislaturperiode verstärkt angehen?

Ich habe zwei wichtige Ziele. Das eine sind die Ressortthemen, die mir sehr am Herzen liegen. Ich möchte Dynamik in das Thema Grundschul-/Mini-Basketball bringen. Mich treibt diese Altersgruppe von vier bis zehn Jahren, also Kita und Grundschule, einfach an. In diesem Bereich möchte ich inhaltlich noch stärker als bisher mit dem Schwester – Ressort Jugend und Nachwuchsleistungssport zusammenarbeiten.

Ich würde gern gemeinsam mit dem tollen und sehr engagierten Team unserer in diesem Sektor tätigen hauptamtlichen Kräfte im Bereich Kita und Schule viele und auch neue niederschwellige Angebote schaffen. Für Kinder, die sich einfach nur bewegen, nur Freude und Spaß am Spiel in Gesellschaft anderer Kinder haben wollen, Möglichkeiten schaffen, im Kontext von Sozialität und gesundem Leben. Sozusagen „mens sana in corpore sano“. Dieses Thema in Kombination mit Integration und Inklusion – das ist mein Ding. Ich sehe mich als eine Art „Kinder-, Jugend- und Sozialminister“ im WBV.


Das ist aber noch nicht alles?

Das übergeordnete Thema ist die sukzessive Reformierung des Verbands. Wir müssen an verschiedenen Stellschrauben drehen, um den Verband in eine gute Zukunft zu führen. Wir haben zwar einige Themen aktuell richtigerweise von der Tagesordnung für den Verbandstag genommen, weil durch das Dauerthema „Corona und Spielbetrieb“ einiges liegengeblieben ist.

Wir haben lernen müssen, kontinuierlich zu erklären, warum wir das machen, warum das jetzt so wichtig ist. Wir müssen da nochmal nachliefern. Vielleicht schon für den nächsten Verbandstag. Da wird noch eine Menge Überzeugungsarbeit erforderlich sein. Diesen Transformationsprozess, einschließlich des demografischen Themas, heißt Verjüngung des Verbands auf allen Aktions- und Organisationsebenen, halte ich für sehr bedeutsam. Gerade auf diesem Sektor kann ich natürlich als ehemalige Unternehmensführungskraft erhebliche Beiträge leisten.


Stefan, der eine oder andere Basketballer kennt dich noch nicht. Das soll sich jetzt ändern.

Ich bin jetzt drei Jahre dabei und 60 % dieser Zeit konnte ich an keine physische Front, weil durch das Coronavirus alles lahmgelegt war. Die NRW 3x3 --Tour 2020 ist ausgefallen, direkte Treffen mit Vereinen, Schulen und Kindern, Turniere, Schnuppertage etc. konnten wegen Corona nicht stattfinden. Immerhin konnte ich mich über die digitalen Kanäle und gelegentlich auch in direktem Kontakt mit den für meine Ressortarbeit so wichtigen Partnern wie dem LSB, Landesministerien, der Staatskanzlei, der AOK etc. schon gut vernetzen.

In der kommenden Zeit soll mein „Footprint“ deutlich sichtbarer werden und ich freue mich auf die hoffentlich direkte, „physische“ Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in unseren Vereinen und Kreisen. Meine – und ganz sicher nicht nur meine – große Hoffnung dabei ist, dass uns die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie hier nicht weiterhin massive Erschwernisse bereitet.


STECKBRIEF

Dr. Stefan Becker

Alter: 64
Wohnort: Essen
Beruf: Unternehmens-/Führungskraft in ATZ, ab Januar 2022 Rentner

Karriere und Erfolge als Basketballspieler
 Vereinsspieler im Amateurbereich in Essen von 1971 bis 2012 bei ETB, WTB und KTV
 von 2002 bis 2008 Mini-Coach (ohne Lizenz) beim WTB ( U6 bis U10)

Karriere und Erfolge als Ehrenamtler im Basketball
 von 1987 bis 1994 „ Finanzminister“/Kassenwart/Vorstandsmitglied der Basketballabteilung des WTB
 von 2010 bis 2016 Mitglied des Aufsichtsrates der ETB Wohnbau Baskets (Profiteam der 2. BBL ProA)
 seit 2018 Vizepräsident für Schul- und Breitensport im WBV


Das Interview führte Rüdiger Tillmann.

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